
Shift Umbau
Gezielte Eingriffe stärken Raum und Gemeinschaft und reduzieren den Energiebedarf. Ein Reihenhaus aus den 1960er Jahren wird zu einem individuellen Zuhause umgebaut.
Bereits im Kaufprozess begleiteten wir eine junge, umweltbewusste und sportliche Familie und unterstützten sie darin, das Haus als zukünftigen Lebensort zu erkennen und zu sichern.
Das Eck-Reihenhaus aus dem Jahr 1965 ist Teil einer Gemeinschaftssiedlung an der Begonienstrasse in Seuzach. Die Entscheidung für diesen Ort fiel bewusst: Die Nähe zu Winterthur, die gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr sowie die Möglichkeit, den Alltag weitgehend autofrei zu gestalten, schaffen eine hohe Lebensqualität. Die grosszügigen Freiräume rund um das Haus, insbesondere die grosszügige Spielwiese, erweitern den Wohnraum selbstverständlich nach aussen und waren ein wesentliches Argument für den Erwerb.
Vor dem Einzug wurde das Haus gezielt an die Bedürfnisse der Bauherrschaft angepasst. Im Zentrum stand die energetische Ertüchtigung des Bestands sowie die individuelle Weiterentwicklung der Innenarchitektur. Der klar strukturierte Grundriss der Bauzeit und die grosszügigen Fensteröffnungen bildeten dabei eine tragfähige Grundlage und konnten weitgehend erhalten bleiben.
Projektierung
Realisierung

In der Materialisierung knüpft das Projekt an die Atmosphäre der Bauzeit an und interpretiert diese zeitgemäss weiter. Holz bleibt ein prägendes Element.
Ein durchgehender Eichenparkett – geräuchert, astig und geölt – verbindet beide Geschosse sowie die Treppe zu einem ruhigen Ganzen. Farbakzente in Grün- und Blautönen setzen gezielte Kontraste, zonieren die Räume subtil und verleihen dem Haus eine lebendige, individuelle und familiäre Identität.
Durch gezielte Eingriffe in die Gebäudehülle – insbesondere den Ersatz der Fenster und der Eingangstüre sowie ergänzende Innen- und Estrichdämmungen – konnte der Heizwärmebedarf um rund 50 Prozent reduziert werden. Eine neu installierte Erdsonden-Wärmepumpe versorgt heute sowohl das eigene Haus als auch das angrenzende Nachbarhaus mit Wärme. Die gemeinsame Nutzung schafft betriebliche Synergien, stärkt den gemeinschaftlichen Gedanken innerhalb der Siedlung und ermöglicht zugleich eine Aufteilung der Investitions- und Unterhaltskosten.
Im Inneren wurde die Haustechnik konsequent erneuert. Die bestehenden Radiatoren wurden durch eine Fussbodenheizung ersetzt, deren Leitungen in den vorhandenen Unterlagsboden eingefräst werden konnten. Diese Lösung ermöglicht einen effizienten Betrieb bei niedrigen Vorlauftemperaturen und unterstützt die Leistungsfähigkeit des neuen Heizsystems.
Räumlich wurde das Haus durch gezielte Eingriffe geöffnet und neu organisiert. Die ehemals abgeschlossene Küche wurde in den Wohnbereich integriert und als grosszügiger, zusammenhängender Raum neu interpretiert. Der Rückbau des massiven Kamins schuf zusätzliche Klarheit, während ein neuer Stahlträger die statische Struktur übernimmt. So entsteht eine fliessende Raumabfolge, die den Alltag der Familie selbstverständlich begleitet.



















