
Feinruhe Umbau
Geschichte neu belebt – die Renovation des kantonalen Denkmalschutzobjekts nimmt die bestehende Innenarchitektur respektvoll auf und schafft zugleich neue räumliche Qualitäten.
Historische Stuckaturen, Wandvertäfelungen und Fischgratparkettböden geben den Ton an. Neue Elemente wie die Küche, die überarbeiteten Wohnräume, die klarer organisierten Nassräume und die Holzrollläden an der Fassade führen den repräsentativen Charakter des Hauses unaufdringlich in die Gegenwart.
Das Brauerquartier erzählt bis heute von der städtebaulichen Expansion Winterthurs. Zwischen 1896 und 1901 entstand auf der damaligen Haldenwiese, nahe dem Kantonsspital und der Brauerei Haldengut, ein Ensemble aus villenartigen Doppelhäusern und Mehrfamilienhäusern für das gehobene Bürgertum und den Mittelstand. Besonders prägend sind die Doppelhäuser an der Rychenbergstrasse, die im englischen Landhausstil nach Plänen von Jung & Bridler sowie Hermann Siegrist Allweyer errichtet wurden. Seit 1987 steht das ehemals vom Abbruch bedrohte Ensemble unter Denkmalschutz.
Im sensiblen baulichen Umfeld wurde das Schutzobjekt mit grosser Sorgfalt renoviert und weiterentwickelt. Die detailreiche Innenarchitektur bildet den gestalterischen Ausgangspunkt für die neuen Eingriffe.
Projektierung
Realisierung

Die Küche aus Birkensperrholz als neuer Mittelpunkt
Dunkelgrüne Fronten mit Chromstahlabdeckung, rote, durchgefärbte und unglasierte Winckelmans Fliesen im Hexagon Format sowie Holzelemente aus Esche schaffen eine bodenständige Materialwelt.
Die Küche fügt sich präzise in den Raum ein und nimmt dessen Proportionen und handwerkliche Details selbstverständlich auf.
Eine neue Wandöffnung zwischen Küche und Esszimmer stärkt die Verbindung zu den angrenzenden Wohnräumen und rückt die Küche näher ins Zentrum des Alltags. Offene Regale, sorgfältig gesetzte Einbauten und fein integrierte Lichtführung verleihen dem Raum Tiefe und Struktur. Das Farbkonzept wird in den angrenzenden Räumen weitergeführt. So wird die Küche zum atmosphärischen Mittelpunkt des Wohnens.
Neue Ordnung, mehr Wohnqualität
Die Grundrisse wurden moderat angepasst, um die Nassräume klarer zu organisieren. Im Dachgeschoss wurde das Badezimmer mit der ehemaligen Ankleide verbunden. Dadurch entstand ein heller, grosszügiger Raum mit deutlich gesteigerter Aufenthaltsqualität. Gleichzeitig wurde die Dachkonstruktion energetisch ertüchtigt und neu gedämmt.
In den Bädern und in der Gästetoilette prägen handgefertigte Zementfliesen, Vollholzmöbel aus Esche, matte und glänzende Oberflächen sowie strukturvolle Wandbekleidungen aus Stramin den Ausdruck des Raumes. Es entsteht eine warme, wohnliche Atmosphäre mit nüchterner Eleganz.



















